Hildesheimer Allgemeine Zeitung schreibt am 6.4.2009:
Widerhaken im Fell
„Meer“ taucht in der Mühle ins Leben ein und steckt vor unangenehmen Wahrheiten nicht den Kopf in den Sand
(...) „Meer“ um den Sänger Nikhil stellen sich der Herausforderung anspruchsvolle Pop-Songs auf Deutsch zu schreiben und auf die Bühne zu bringen.
Zu hören ist ein satter Sound. (...) Kraftvolle, sehr sorgfältig ausgetüftelte Schlagzeug- und Bass-Arrangements. Die Gruppe wirkt überzeugend und stilsicher, Nikhil steht klar im Zentrum des Geschehens. Von ihm sind Songs, Stimme, Gitarrensoli. Es ist das CD-Release Konzert von „Neuland“. Man darf getrost sagen, dass sie nicht nur wegen des Geldes dabei sind, wie Zappa es mal bissig formulierte. Es ist auch mehr, als einfach nett Musik machen und einen schönen Abend haben wollen. Da sind Widerhaken im glatten Pop-Fell der Songs versteckt.
Es geht darum zu leben, und was es bedeutet, wenn man mittendrin steckt in so einem Leben. Versprechen, die man sich selber gegeben hat. Die Freiheit, mitzuspielen oder nicht. Es geht um die Liebe. Das Spannungsfeld zwischen Verführen, Widerstand, Hingabe. Darum, sich selbst um der Wahrheit und schließlich der Liebe willen zu behaupten.
Oder darum zu gehen, beziehungsweise jemanden gehen zu lassen. „Liebe“ ist eine schöne Ballade, „...weil es sonst nicht Leben ist“. Und „Du bist so schön“ darüber, wenn alles neu ist. „Leben ist da wo Du Dich traust“. Und wenn Nikhil Solo zu Gitarre und Harmonika singt, „Ich lieb' Dich immer noch ... und immer mehr“ dann scheint es, als bearbeitet jemand genussvoll den ewig fruchtbaren Liebes- Acker und macht schöne Songs draus, die man auch gerne mal am Lagerfeuer hören würde. Ja, doch so glatt und „einverstanden“ ist das nicht immer im Leben. Und als guter Songschreiber guckt Nikhil da hin. Auch wenn es eben piekt und Kratzer gibt, Distanz schafft und nicht die reine unkomplizierte Abend-Unterhaltung ist.
Zwei Stücke stechen heraus; „Dieses eine mal“ und „wir sind frei hier“. „Sie“ will hören, dass die Liebe ewig ist, aber er bewahrt sich die Freiheit, nicht gleich in die Rolle des „Bis ans Endes des Lebens“-Partners zu gehen. Der Verstand wägt ab, unromantischerweise. Und damit ist „Er“ automatisch in einer anderen Rolle. Die des Mannes, der „noch Zeit braucht“, der sich nicht zwingen lassen und nicht festlegen will. Ein alltägliches Liebesdrama mit weit reichenden Konsequenzen und wahrscheinlich einer entsprechenden Vorgeschichte.
Wär' natürlich schön, wenn alles zusammen passt, Harmonie und Entspannung. Aber so ist es ja erst, wenn alle sie selbst sind und gelernt haben, die Anderen so zu lassen. Für einen Popsong zu kratzig – und gerade deshalb bleibt er in der Erinnerung hängen. „Frei hier mitzuspieln“ wird sogar nochmal als Zugabe gefordert. Verspielter und dementsprechend befreit ist es, wenn man miteinander „über Zebras streift“ auf der Suche nach „Traumstoffen“, und sich „gegen Realitäten wehrt, bis der Arzt kommt...“. (...) In jedem Fall sind hier sehr eigenständige, konsequente Songs gelungen, – voller „Leben“.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung schreibt am 3.4.2009:
Leinen los!
"Meer" präsentiert gelungenen Erstling - Gruppe stellt ihre CD heute in der Mühle vor
Anker werfen, heftiger Seegang, Leinen los! Solchen und ähnlichen Assoziationen wird „Meer“ in Zukunft sicherlich noch öfter ausgesetzt sein. Zudem ihr heute erscheinendes erstes Album auch noch „Neuland“ heißt und damit eine weitere, großzügige Einladung zu derartigen Wortspielen sendet. Wer meint, auf all dies lasse sich die vierköpfige Gruppe aus Hildesheim und Hannover reduzieren, liegt klar daneben. Zwar ist festzustellen, dass durchaus Gemeinsamkeiten mit der Weite der sieben Weltmeere vorhanden sind. Doch ist der Name gleich Motto, nur weil es in „Dieses eine Mal“ heißt „Du willst es wissen jetzt von mir, ob ich weiß, dass ich mit dir durch alle Meere ziehen kann“? Nein, so einfach gestaltet sich das Eintauchen in „Meer“ wahrhaftig nicht. Vielmehr ist das unendliche Nass als Metapher zu verstehen, die sich im gesamten Werk wiederfinden lässt. Das ist einer selten in dieser Form zu erlebenden Offenheit des Sängers und Gitarristen „Nikhil“ zu verdanken.
Dem bekennenden Sting-Fan gelingt es, einerseits viel von sich preiszugeben, andererseits aber Platz zu lassen für eigene Interpretationen, indem Details vermieden werden. In „Du bist so schön“ ist zu hören: „Mangelhaftes Wählen, wir haben uns früher verrannt! Doch alles damals Quälen wird jetzt und hier verbrannt!“ Ein Einblick in den oft typischen Verlauf einer Beziehung, der zu Beginn noch der Zweifel beiwohnt. Eine Beziehung, die ihren Wert erst mit dem Lauf der Jahre offenbart. Dahinter ist tatsächlich erlebter Schmerz zu erahnen, der sich in Glück und Zufriedenheit verwandelt hat. Das ist ehrlich und mutig, ohne peinlich zu sein.
Sicherlich erinnern solche Zeilen in ihrer Struktur an „Reim dich, oder ich schlag dich“. Doch gerade diese Reinheit macht ihn ja aus, den begehrten, eingängigen Popsong, auf dessen Suche doch so viele sind. Dieses Rezept geht mitunter in sehr gut funktionierenden Popsongs auf. (...) Klang, Komposition und Instrumentierung sind durchweg gelungen. Die Suche nach überlagernden Frequenzen oder gar Misstönen gestaltet sich als vergebliches Unterfangen. Jedes Instrument findet seinen Platz entsprechend der gewünschten Wirkung. Zehn Songs, bei denen nichts zu viel und erst recht nichts zu wenig ist.
Auch wenn den Texten meist eine unerwartete Wendung oder Überraschung fehlt, geht dem Hörer mit „Neuland“ – einmal muss es noch sein – ein dicker Fisch ins Netz. Gerade in Anbetracht dessen, das „Meer“ keine Berufsmusiker sind, sondern ambitionierte Hobbymusiker, liegt hier ein gelungenes Album mit ausgefeiltem Songwriting und durchdachten Arrangements vor, das sich vor einem Vergleich mit professionell angelegten Produktionen nicht zu fürchten braucht.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung schreibt:
Schöne Popmusik
Hildesheimer Quartett "meer" spielt in der Bischofsmühle am 25.01.2008
... Das Meer steht für Wellen, Weite, Fernweh oder, etwas melodramatischer, für Sehnsucht. All das kann man in der Musik von "meer" finden. Spannungsgeladene Harmonien und die breit schwebende Chorusgitarre, geschmackvoll ergänzt von Keyboardflächen oder Orgelakzenten, zusammen mit den großen Gesten des Schlagzeugs tragen einen auf Wellen in die Ferne bis an den Strand der 1980-er Jahre ...

Hildesheimer Allgemeine Zeitung schreibt:
Auf gutem Kurs
"meer" sorgten für einen nachdenklichen Abend in der Bischofsmühle am 15.12.2006
... Erfreulich und ein wenig altmodisch ist es, wenn der Name etwas zu tun hat mit dem Auftreten, Texten und Stil der Band. Im Fall von "meer" ist das so. Alle Songs stammen aus der Feder von Sänger und Gitarrist Nikhil Wittholz, der sich darin von seiner Traumfrau "unterspülen" lässt und Gefühle vom "Meerboden bergen" kann. Das trifft oft ins Schwarze. Oder eher: ins Tiefblaue.
Schätze wie das hymnische "Wo immer du bist" blitzten beim Konzert von meer in der Bischofsmühle hell auf.
Die vier Musiker aus Hildesheim und Hannover gaben ihr Bestes, was immer für einen guten Abend sorgt. Sänger Wittholz lotete die Vielseitigkeit seiner Stimme aus und auch die anderen meer-Männer hatten technisch viel zu bieten. Vorbild und Fixstern Sting funkelte zwar eher am Firmament zur Kursbestimmung - aber so ist es auf dem Meer ja guter Brauch.
